Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, betonte auf der Neujahrspressekonferenz die Dringlichkeit, die strukturellen Probleme im deutschen Gesundheitswesen zügig mit einem klaren Gesamtkonzept anzugehen. Im Mittelpunkt müsse die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung stehen.

Ein zentraler Reformbaustein sei die Krankenhausreform, wobei 2026 als Schlüsseljahr gilt. Das Krankenhausreformanpassungsgesetz, eine stärkere Fallzahlunabhängigkeit sowie die Reform der Notfallversorgung seien entscheidend für eine nachhaltige Finanzierung.

Im ambulanten Bereich fordert Reinhardt ein Primärversorgungssystem mit Patientensteuerung zur Vermeidung unnötiger Arztkontakte. Eine Arztkontaktpauschale lehnt er ab, hält aber Einzelfallausnahmen für sinnvoll. Zusätzlich spricht er sich für Steuersenkungen auf Arzneimittel sowie höhere Abgaben auf Tabak, Alkohol und Zucker aus.

Zudem fordert Reinhardt einen Abbau bürokratischer Belastungen für medizinisches Personal. Gespräche mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken laufen bereits. Parallel arbeitet eine Expertengruppe an einer transparenteren neuen Gebührenordnung für Ärzte.


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